Film-, Foto- und Kinogeräte

Über 160 Jahre Kulturspeicher, die fotografischen Bilder und ihre Anwendung

 

Die Entwicklung der Fototechnik war abhängig von sehr vielen Einzelentdeckungen, die man irgendwie zusammenbringen musste. Wichtige Entdeckungen wurden zwei oder mehrmals gemacht weil sie der Zeit weit voraus waren. Nachdem ein Mönch an seiner weiß getünchten Zellenwand einen auf dem Kopf stehenden Baum entdeckte, mussten noch mehr als 300 Jahre vergehen, um diese Entdeckung verstehen und nutzen zu können. Aus purer Angst behielt der Mönch seine Entdeckung für sich, da sie ja auch nur manchmal zu bestimmten Zeiten zu sehen war. Möglich wurde die Abbildung des Baumes, weil im Fensterladen ein Astloch vorhanden war. Die Camera Obscura war entdeckt, das Grundprinzip des menschlichen Auges und der Foto- oder Filmkamera wie sie heute noch Verwendung findet. Brauchbare Fotos konnte man ab 1840 herstellen.


Viele Wanderfotografen zogen durch die Lande. Die Negative wurden auf Glasplatten gebannt und im Umkehrverfahren zu Positiven gemacht. Nachdem die Wanderfotografen sesshaft geworden waren entstanden in ihren Fotoateliers überwiegend Gruppen- und Porträtaufnahmen. Viele fragen sich, warum auf diesen alten Fotos die Personen immer so ernst, ja teilweise grimmig, drein schauen. Das liegt daran, dass die Personen für ein gutes Foto je nach Beleuchtung für eine längere Zeit sich nicht bewegen durften. Die Anspannung verhinderte ein Lächeln.

 

Das Fotomaterial war sehr teuer, darum waren die Fotos nicht sehr groß. Man klebte die Fotos auf größere dicke Pappe, dadurch wirkten die Fotos größer und gleichzeitig waren sie vor mechanischen Beschädigungen geschützter. Auch heute nach über 100 Jahren sehen diese Fotos immer noch sehr gut aus.

 

 

 

 

 

 

Im Jahr 2013 wurde die „Foto-,Film- und Kinogerätesammlung“ im Stadtmuseum eingerichtet. In der Dauerausstellung werden Foto- Kino- und Schmalfilmgeräte ab etwa 1930 gezeigt, mit dem Schwerpunkt nach 1950. Sehr gut lässt sich die technische Entwicklung der Fotoapparate von der Plattenkamera 1880, über die Rollfilmkamera 1900, weiter über die Kleinbildkamera ab 1930 bis hin zur digitalen Fotografie ab 1981 an vielen Kameras verfolgen.

 

 

Nach dem 35 mm Kinofilm von etwa 1893 legte die Firma Kodak (USA) die technischen Daten für den 16 mm Schmalfilm 1923 und danach, 1932 für den 8 mm Schmalfilm fest. Erst 1965 kam der Superacht Schmalfilm von Kodak (USA) auf den Markt. Zu sehen ist in der Ausstellung eine der ersten in Deutschland hergestellten 8 mm Agfa Schmalfilm- Kameras mit dem zugehörigem Projektor von 1937. Zu sehen ist auch die für die Aufnahme zu benutzende Filmkassette. 10 Meter 8 mm Schmalfilm, mit einer Laufzeit von knapp 3 Minuten.

 

Filmaufnahmen im privaten Bereich waren durch die hohen Kosten nur für wenige Menschen in Deutschland möglich. Das änderte sich erst nach 1965 mit dem Superachtformat von Kodak (USA). Es begann eine regelrechte Superachtschlacht. In fast jeder Familie gab es eine Superacht Filmkamera. Drei Minuten Farbfilm kosteten 1970 einschließlich Entwicklung und Rücksendung 18.- DM. Jetzt konnte man endlich eigene Filme drehen. Nur der Ton zum Film brauchte noch etwa zwanzig weitere Jahre bis zur Marktreife. Ein Magnettonstreifen wurde auf den Rand des Filmmaterials geklebt. Teure Tonfilmkameras konnten jetzt Bild und Ton gleichzeitig aufzeichnen. Auch diese Geräte werden gezeigt und mit Bild und Ton ggf. auf Bestellung vorgeführt.

 

Die letzten Superacht-Schmalfilme wurden Ende 2010 in den USA entwickelt. Das digitale Kino, nach 2010 (Digital Cinema), ist eine Kinotechnik, welche die vorher übliche mechanische und photochemische Speicherung und Verbreitung von Filmen auf Filmrollen durch digitale Verfahren von der Aufnahme, der Bearbeitung bis zur Wiedergabe im Kinosaal ersetzt. Auch diese alte mechanische Wiedergabetechnik kann in der Ausstellung an laufenden Geräten demonstriert werden. Hier dreht und bewegt sich fast alles. Alte, vergessene Technik erwacht in der Film- und Fotoausstellung zu neuem Leben.

 

Das analoge Kino, der weltweite Kulturspeicher, verwendete 115 Jahre lang immer den 35 mm Kino-Film mit den Abmessungen die man 1893 festgelegt hatte. Kein digitales Medium wird in 115 Jahren noch lesbar sein. Das Ziel der Ausstellung ist, das Bewahren der Film- und Fototechnik des letzten Jahrhunderts mit ihren technischen Lösungen, die immer mit viel Liebe und Erfindergeist verwirklicht wurden. Ein weiteres Ziel ist die behutsame Weiterentwicklung der vorhandenen Sammlung für die Nachwelt.

letzte Maschine a.d. Gandion-Kino