Rathaus/Museum

 

 

 

 

 

 

 
 
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Museumsfreunde ziehen Bilanz des Jahres

2020 war auch für das Stadtmuseum ein mehr als unerfreuliches Jahr. Nicht nur die Bürger unserer Stadt, sondern auch Gäste aus nah und fern waren viele Wochen und Monate ausgeschlossen, das Haus zu besuchen. Doch nacheinander.


In den ersten Monaten des Jahres 2020 schien noch alles normal zu verlaufen. Die Planungen und Arbeiten gingen fort, als wenn nichts  geschehen würde. Geöffnet waren die einzelnen Abteilungen des  Museums zunächst von Januar bis März. Dann trafen das Haus die ersten Einschränkungen. Ab April musste das Museum dann komplett schließen. Erst im Juli konnte wieder unter Beachtung von Hygienekonzepten geöffnet werden, ehe dann ab November bis zum Ende des Jahres das Haus wieder vollständig geschlossen werden musste. Insgesamt war das Museum in 2020 somit  nur  7 Monate für Besucher geöffnet, also an knapp 60% der üblicherweise möglichen Öffnungszeiten.


Diese Restriktionen hatten selbstverständlich Auswirkungen auf die  Besucherzahlen des Hauses. So konnten  in den Öffnungszeiten im Jahr 2020 nur knapp 1000 Besucher begrüßt werden, das sind kaum die Hälfte der Besucher des Vorjahres.  
Viel stärker noch hat die Coronapandemie das  in der Vergangenheit so positiv aufgenommene Vortragswesen beeinträchtigt. Hier hatte ein  fertiges Konzept vorgelegen mit fester Terminierung aller Vorträge für    jeden Monat, und es gab Zusagen aller Referenten.  Es kam jedoch anders. Ab April mussten bis zum Dezember alle Vorträge abgesagt werden. Grund war, dass im Biedermeierzimmer, in dem üblicherweise die  Vorträge stattfinden, wegen des strengen Hygienekonzeptes nur ein Bruchteil der Zuhörer Platz gefunden hätte und zudem ein gutes  Belüftungssystem in den Räumlichkeiten nicht zu verwirklichen ist. In den ersten 3 Monaten bis März besuchten noch 109 Gäste die Vorträge.  Dann war es aus. Ansonsten kommen jährlich  mehr als  500 Gäste, ein  gewaltiger Aderlass.


Neben dem Museum und den Vorträgen veranstalten die Museumsfreunde  an jedem Montag  Nachtwächterführungen. Auch  diesem Segment bescherte Corona eine derbe Einschränkung.    Sind     ansonsten bei  diesen Führungen jährlich mehrere hundert Personen dabei, wurden in 2020 gerade 100 Teilnehmer gezählt, da diese Führungen per Verordnung praktisch gänzlich verboten waren. Damit war es bislang auch nicht möglich, den neu hinzu gewonnenen Nachtwächter, Herrn  Germer, in sein Amt einzuführen.


Die gleiche Entwicklung traf auch die St. Georgskirche. Dieses Haus   wird – außer in den Wintermonaten Januar und Februar -  durch Aufsichtspersonal der Museumsfreunde an Sonn- und Feiertagen von 15 bis 17 für   Besucher geöffnet.Diese Regelung konnte ebenfalls nur  eingeschränkt beibehalten werden. So war die Kirche nur in 7 Monaten   geöffnet, wobei etwa 300 Besucher gezählt wurden, das sind nur etwa 60% der sonst erfassten Gäste.


Fazit ist also: die Besucherzahlen in allen Bereichen haben sich drastisch verringert. Das hat selbstverständlich Folgen  für die Finanzen. Nach Ablauf des Jahres 2020 und Feststellung der Spendeneinnahmen   sowie einer Kassenprüfung  hat sich gezeigt, dass in 2020 nur  ein sehr   geringer Betrag an Einnahmen zu verzeichnen war.  Das ist ein Bruchteil der sonst jährlich eingehenden Spenden und schränkt die notwendige  Investitionstätigkeit im kommenden Jahr  erheblich  ein.


Nicht stattfinden  in  2020 konnte  auch die schon vollständig  durchgeplante Museumsfahrt.  Zahlreiche Anmeldungen waren bereits eingegangen, noch hoffte das Veranstalterteam die Fahrt , die zunächst für das Frühjahr geplant war, auf den Herbst verschieben zu können. Doch auch das gelang nicht. Die eingesetzte Arbeit war vergeblich, die  aufgewendeten Kosten blieben bei den Museumsfreunden hängen. Nun hoffen diese  auf 2021  und wollen einen neuen Anlauf nehmen. Das Programm wird dem für 2020 vorgesehenen Ablauf weitgehend  entsprechen. Das gilt auch für die Vorträge. Hier werden die      Museumsfreunde  versuchen, im Laufe des Jahres 2021 wieder zu beginnen. Die Referenten müssen aber erneut angesprochen werden und die Termine sind abzustimmen.

 

Technisch aufgerüstet haben die Museumsfreunde in Bezug auf die Durchführung von Vorträgen  aber schon. Eine Spende von 500 Euro von der Sparkassenstiftung zur weiteren Digitalisierung des Museums diente dazu, den Beamer fest zu  positionieren, den zugehörigen Laptop anzuschaffen und aufzurüsten, alles zu verkabeln und die Akustik durch Anbringung von Lautsprechern einschließlich Mikrofon für den Vortragenden zu  optimieren. Bis auf die akustischen Teile ist schon alles installiert.


Im Museum selbst und den verschiedenen Ausstellungsbereichen wurden insbesondere das Apothekenzimmer sowie der Teil, der die Schule zeigt, neu gestaltet und mit weiteren Spendengaben ergänzt. Auch die  Darstellung der Handwerke konnte besucherfreundlicher dargeboten  werden. Diese Arbeiten fielen zum Teil in die Zeit, in der im Rahmen der laufenden Sanierung des Rathauskomplexes, in dem auch das Museum beheimatet ist, erhebliche Einschränkungen notwendig wurden. Eine besondere Beachtung verdient auch die Verbesserung der  Beleuchtung im Museum. Hier wurde und wird kontinuierlich ein  Austausch der älteren energieintensiven Beleuchtungskörper gegen   sparsame aber leuchtstarke moderne Lampen vorgenommen.


Negativ muss für 2020 angemerkt werden, dass die Vollversammlungen aller Museumsfreunde bis auf eine einzige im Außenbereich des Hotels Waldschlösschen ausfallen mussten. Ein Gedankenaustausch der     Museumsfreunde war somit kaum gegeben. Die Kommunikation zwischen den für das Museum tätigen Personen, den Nachtwächtern oder auch   gesellige Treffen waren unmöglich. Dies ist für eine ehrenamtliche   Tätigkeit nicht förderlich. Auch ein persönlicher Kontakt mit den  befreundeten Nachbarmuseen musste leider unterbleiben.

 

Trotz dieser vielen  Einschränkungen auch wegen der finanziellen Engpässe  wollen die  Museumsfreunde aber auch in Zukunft an der Arbeit für das Museum festhalten. Weitere Verbesserungen im Bereich    Biedermeierzimmer sind vorgesehen. Die Flötenuhr wird einen Einbau  erhalten, um die Töne der Uhr auf Knopfdruck abspielen zu können und im Ärztezimmer werden weitere medizinische Instrumente in neuen Vitrinen ausgestellt werden. Ein größeres Projekt wird der Aufbau eines Bereiches sein, der dem früheren Leiter des Museums, Johannes Nissen, gewidmet sein wird. Im Mittelpunkt sollen hier neben dem Leben und Werk des Fotografen Nissen, ein historischer Fotoapparat, gespendet aus dem Hause Dietrich/ Puhlmann und eine Glasbildersammlung von historischer Dimension  stehen. Auch die Werbung für das Haus läuft weiter. So konnten neue Faltblätter für das Museum und den Bereich der Militaria-Sammlung gedruckt    werden. Fazit des Jahres 2020 ist also nicht nur ein Einbruch der   Besucherzahlen sondern auch ein starker Rückgang der Geldspenden.  

 

Viel schmerzlicher aber  war und ist  der Tod der langjährigen Mitstreiter  Herr Rolf Meyer und Herr Otmar   Niemann. Beide  waren  lange Jahre an der Gestaltung und Aufrechterhaltung des Museumsbetriebes und der Hinzugewinnung neuer Besucher  führend tätig. Sie haben eine große  Lücke hinterlassen und werden immer unvergessen bleiben.  Die  Museumsfreunde wollen  aber  im Sinne der Verstorbenen nicht in ihren Bemühungen für das Museum nachlassen.


Organisatorisch gab es für den Museumsbetrieb in 2020 einige Veränderungen. Seit der Übernahme der Museumsbetreuung im Jahre 2005 ist  aus Gesundheits- und  Altersgründen ein Wachwechsel  im  Leitungskreis erfolgt. So hat Herr Manfred Koch seine Ämter im  für die Bereiche Statistik, Aufsichtsplanung und  besonders für die vom ihm  persönlich initiierte und  gestaltete Homepage in die  jüngeren Hände von Wolfgang Jungesblut  bzw. Frau Ulrike Laser gelegt.  Herr Wolfgang Ernst, der mit  95 Jahren der älteste Mitstreiter ist, hat die Betreuung der Finanzen  Herrn Wolfgang  Neigenfind übertragen. Beide  haben mehr als ein Jahrzehnt  verdienstvoll  und zufriedenstellend ihre Ämter ausgefüllt. Dafür gebührt ihnen hohes Lob und große Anerkennung. Aber auch all den   Museumsfreunden, die in der täglichen  Aufsicht  Besucher und Gäste des Hauses  begleitet und geführt haben, sei herzlich  für ihren Einsatz  gedankt. Den  Museumsfreunden möge auch im kommenden Jahr ihre Gesundheit erhalten bleiben. Neben soviel  Lob ist jedoch auch zu bedenken, dass die Arbeit am und im Museum von   Menschen geleistet wird, und in diesem Bereich ist jeder neue Mitstreiter sehr sehr willkommen, um den Einsatz auf viele Schultern verteilen zu können.  Zögern Sie nicht und werden Sie Teil der Museumsfreunde.  Nicht vergessen sind auch die zahlreichen Sachspenden, Antiquitäten und Kuriositäten, die dem Museum zugegangen sind. Sie bereichern die  Ausstellungen und den Fundus. Dafür  den Spendern vielen Dank. Nicht zuletzt sei auch den Damen und Herren der Stadt Bad Gandersheim herzlich gedankt. Sie   hatten stets ein offenes Ohr für die Belange der Museumsfreunde.

 

 

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