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Museumsfreunde stellen vor: die Flötenuhr

14.11.2020

Prunkexemplar des Biedermeierzimmers im Westflügel des Museums ist die wertvolle Flötenuhr. Diese Uhr wird in der Fachwelt auch als Orgeluhr bezeichnet. Unsere Uhr stammt ebenfalls aus der Zeit des Biedermeier, also aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Solche Uhren sind mechanische Uhren, die mit einer kleinen eingebauten aus Lippenpfeifen bestehenden Orgel kombiniert sind. Zu vorgegeben Zeiten erklingt ein Musikstück. Die Musik wird von einer Stiftwalze gesteuert. Die schöne Uhr im Biedermeierzimmer dürfte aus einer Werkstatt im Schwarzwald stammen. Das Werk kann durch die seitlichen Türen rechts und links vom Gehäuse betrachtet werden. Flötenuhren waren  einst teure Luxusgegenstände und bildeten hinsichtlich ihrer äußeren Erscheinung und inneren komplexen Technik einen Glanzpunkt biedermeierlicher Wohnkultur. Schon nach 1870 jedoch kamen sie aus der Mode, danach wurden praktisch keine solchen Uhren mehr hergestellt. Berühmte Musiker wie Mozart, Haydn, Bach und viele andere Komponisten schrieben Stücke extra für Flötenuhren. Die Flötenuhr in unserem Museum wird von einem Seilzugwerk mit Gewichten angetrieben. Das Gehäuse dürfte passend zu dem Möbeln aus Kirschbaumholz sein sein.  Die Gewichte bewegen einen Blasebalg, der sich jeweils mit Luft füllt bzw. bei der Abwärtsbewegung die Luft in die Pfeifen drückt, wo die Töne entstehen.

Als die Museumsfreunde die Uhr vor  fast 20 Jahren in Augenschein  nahmen, war sie nicht spielfähig und musste restauriert werden. Es  bedurfte vieler Mühen, für die Wiederinstandsetzung eines so alten Instrumentes einen entsprechenden Fachmann zu finden.  Zunächst arbeitete ein Restaurator  aus Gehrenrode das Gehäuse auf. Ein Uhrmacher aus Hildesheim kümmerte sich um das Uhrwerk und ein Spezialist für Spieluhren aus der Region Hannover setzte das Orgel- und Pfeifenwerk wieder instand. Gegen einen hohen vierstelligen Betrag wurde die Uhr somit wieder in den derzeitigen spielfähigen Zustand versetzt. Damals hat sich Museumsfreund Wolfgang Ernst sehr um diese Uhr verdient gemacht. Er hat sie über Jahre gehütet wie seinen Augapfel. Bei Bedarf hat er das Werk aufgezogen, und dann konnten die Besucher die Uhr  bzw. die Musik genießen. Sie ist aber wegen ihres Alters sehr empfindlich und sollte zur Schonung der Einbauten nicht allzu oft gespielt werden. Um aber den Besuchern des Museums dennoch eine Vorstellung vom Klang der Uhr zu geben, haben die Museumsfreunde die Flötenmusik auf einen Tonträger aufgenommen und diese Konserve kann auf Knopfdruck abgespielt werden. Man hört die Musik und sieht die Uhr. Ein vertretbarer Kompromiss.  Derzeit wird der Einbau dieser Maßnahme vorbereitet. Die Museumsfreunde hoffen, dass das gediegene Biedermeierzimmer mit seiner wertvollen Flötenuhr noch von vielen Besuchern angesehen wird.

Mehr zu dem Biedermeierzimmer finden Sie unter der Rubrik Ausstellungen, Überblick, besondere Exponate.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Museumsfreunde stellen vor: die Flötenuhr