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Museumsfreunde stellen vor: Foto- und Kinoausstellung

10.10.2020

Es handelt sich dabei um mehrere hundert Foto-, Kino- und Schmalfilmgeräte, die Museumsfreund Diethelm Klotz vor rund 10 Jahren dem Museum d. h. der Stadt Bad Gandersheim geschenkt hat. Damit war und ist eine weitere ingandeonmaschineteressante Sparte eingerichtet worden, womit eine nicht unerhebliche Attraktivitätssteigerung für das Museum eingetreten ist.  Stadtgeschichtlich interessant ist zunächst zu nennen ein 35 mm Normal-Tonfilm-Projektor von 1954, der früher in Gandersheimer Kino, den „Residenz Lichtspielen“ eingesetzt war. Das Gerät war bis 2004 mit einer 2. Maschine in Gebrauch, ehe es im Stadtmuseum nach 50 Dienstjahren in den Ruhestand ging. Warum 2 Maschinen? Das hat seinen Grund in Sicherheitsaspekten. Die Filmrollen   damals durften nicht länger als 600 m  mit einer maimalen Laufzeit von 20 min sein. Nitrofilm kann durch die heißen Lampen schnell Feuer fangen, und somit waren  die Rollen nach 20 Minuten abgespielt und die 2. Maschine wurde angeworfen. So ging es immer abwechselnd, bis die Filmvorführung  nach ca. 2 Stunden beendet war. Der Filmvorführer saß immer zwischen den beiden Kinomaschinen, eine ziemlich gefährliche und verantwortungsvolle Tätigkeit. So ging das, bis 1950 die Nitrofilme verboten wurden. Doch zurück in die Sonderausstellung. Unsere Kinomaschine ist eine von 400 überhaupt gebauten Maschinen, die man bei uns im Museum bestaunen kann. In langer Kleinarbeit wurde diese alte Maschine auseinandergenommen und von allen giftigen Innereien befreit und grundlegend restauriert. Sie kann heute wieder vorgeführt werden, wenn interessierte Besucher dies wünschen, so wie ein Besucher aus Österreich.

 

Doch die besagte Kinomaschine ist nicht allein. Nebenan steht ein Kinoprojektor aus dem Jahre 1939, er diente einst als Frontkino, Soldatenkino. Diese Geräte wurden in die vordersten Reihen gebracht und sollten die Soldaten aufmuntern und vom Krieg ablenken. Das ist aber noch nicht alles: In der Ausstellung sind insgesamt 5 betriebsbereite Kinomaschinen zu sehen. Ihre Baujahre reichen von 1935 über 1939 bis zum  Jahre 2000.  Auf Wunsch werden sie den interessierten Besuchern vorgeführt mit einem Film ihrer Wahl. So kann man die Weiterentwicklung dieser Technologie gut erkennen. Im Vorführraum ist eine vollständige Geräteanordnung von 1939 zu sehen. Ein Filmschrank mit Umspulvorrichtung. Wichtig ein Fernsprecher, immer die letzte Rettung für den Vorführer, denn er durfte die laufende Maschine nicht verlassen. Ein Tonlampengleichrichter, die 35 mm Kinomaschine von Zeiss Ikon aus Dresden und der Klangfilmkinoverstärker mit 15 Watt für das Kinotheater.

 

Neben den Kinomaschinen sind auch zahlreiche Tonfilmprojektoren für Forschung und Werbung zu bestaunen. Die Zahl der gezeigten Fotogeräte , Filmkameras, Projektoren samt Zubehör ist beachtlich. Zu jedem Gerät gibt es zudem Angaben zur Technik und sogar zum originalen Kaufpreis. Solche Angaben sucht man in den vergleichbaren Museen vergeblich.  Filmkameras für den privaten Bereich kamen besonders in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf. Den 8 mm SchVorführraummalfilm gab es  seit 1932. Zu dieser zeit war es einfach Mode zu filmen. Eine teure Filmkamera mit Schlaufe am Handgelenk verriet den Mitmenschen aber auch: „ich kann`s mir leisten“. Neben dem Auto eben auch ein damaliges Statussymbol. Im 2. Weltkrieg brachte diese Technik mit Monatsschauen, Propaganda usw. die  Kriegsberichterstattung in die Wohnzimmer der Bevölkerung. Und nun noch ein Blick zu den Fotoapparaten. Neben ca. 20 betriebsbereiten Filmkameras  sind auf den Regalen dieser Sonderausstellung fast 200 Fotoapparate zu bewundern. Von der einfachsten Fototechnik  in der Plattenkamera von vor dem 1. Weltkrieg zum Preis von 30 Reichsmark bis zu den ausgefeiltesten Spiegelreflexkameras ist alles zu bewundern.  Ein schier unübersehbare Spektrum. Es lohnt sich, diese Ausstellung auzusehen und zu erleben.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Museumsfreunde stellen vor: Foto- und Kinoausstellung