Rathaus/Museum

 

 

 

 

 

 

 
 
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Novembervortrag

09.10.2019

Innerhalb der Stadtgeschichte hat sich im 20. Jahrhundert der bemerkenswerte Umstand ereignet, dass im Abstand von jeweils 26 Jahren aus unterschiedlichsten Gründen und Anlässen besondere Stadtfeierlichkeiten ausgerichtet wurden. Zunächst fand im Jahr 1926 fand eine Rückbesinnung auf „Roswitha“ statt. Die große Literatin des 10. Jahrhunderts wurde als Marketingfigur der Stadt entdeckt. Höhepunkt der „Roswitha-Feier“ war ein historischer Festumzug durch die Straßen und Gassen des Ortes. Genau 26 Jahre später feierte Bad Gandersheim im Jahre 1952 sein Gründungsjubiläum: 1100 Jahre waren seit der Stiftsgründung im Jahre 852 vergangen. Es gab eine Festwoche mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen mit vielen Gästen. Wieder wurde ein großer Festumzug mit bunt geschmückten Wagen und ortsspezifischen Themen organisiert. Beteiligt war eine große Anzahl an Vereinen und Gruppen. Die Stadt präsentierte sich mit vielen Facetten der örtlichen Lebensgemeinschaft. Wiederum exakt 26 Jahre später gab es erneut einen Grund zum Feiern: Im Jahr 1978 wurde das Jubiläum „100 Jahre Heilbad“ festlich begangen. In Erinnerung an die Pionierzeit des örtlichen Bäderwesens ab Inbetriebnahme des ersten Badehauses im Jahr 1878 erhielt dieser Anlass seine großzügige Würdigung. Ein Fest-Wochenende mit Tanz und Unterhaltung im Kurpark und im Kurhaus sowie zum Abschluss erneut ein großer Festumzug mit hunderten von Mitwirkenden und Tausenden von Zuschauerinnen und Zuschauern an der Strecke sorgten für die Highlights dieser Feier. Der zusammengestellte Bilderbogen mit Aufnahmen aus den „Feier-Jahren“ 1926, 1952 und 1978 erinnert an diese drei besonderen Festlichkeiten in Bad Gandersheim. Eintritt frei, Spende für den Museumsbetrieb erbeten.
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Pressemeldung:

Als Gandersheim noch große Feste feierte
Manfred Kielhorn mit historischem Rückblick im Stadtmuseum.
 

Vor wieder vollem Haus konnte Vortragswartin Frau Liane Goslar im Biedermeierzimmer des Stadtmuseums fast 50 Besucherinnen und Besucher begrüßen, als Manfred Kielhorn einen historischen Rückblick auf die großen Stadtfeste des vorigen Jahrhunderts in Gandersheim darbot. Es ging um die Jahre 1926 sowie 1952 und 1978. Im Abstand von genau jeweils 26 Jahren beging Gandersheim zunächst mit der Rückbesinnung auf Roswitha ein erstes großes Bürgerfest. Mit diesem Großereignis begann die Dichterin zur Marketing-Figur der Stadt zu werden.  Es folgte dann 1958 die nächste Feierlichkeit, als Bad Gandersheim auf sein 1100-jähriges Stiftsjubiläum zurück blicken konnte. 26 Jahre später war es das Heilbad der Anlass für eine Feier, das in diesem Jahr 100 Jahre alt wurde. Für alle Anlässe präsentierte Manfred Kielhorn zum Teil noch nie gesehene Fotos, die zeigten, wie aufwändig diese Jubiläen damals begangen wurden. Besonders beeindruckend war die sehr große Anteilnahme der Bevölkerung der Stadt. Man baute die alten Stadttore nach, schmückte die Straßen und Plätze, zeigte in Umzügen die gesamte Vielfalt der Vereine, der Gewerbetreibenden und Handwerker. Eine große Anzahl an Festwagen mit exquisitem Schmuck und phantasievoller Ausstattung  führte dem  Publikum vor Augen, wie die Bürgerschaft damals diese Feste begeistert aufnahm und mit gestaltete. Doch auch Kurgäste waren zu sehen, damals war die Kur ja noch etwas anderes als heute mit ausschließlich Rehapatienten. Die Bilder und Aufnahmen zeigten bekannte Persönlichkeiten, die  als Gäste der Stadt dabei waren, wie Viktoria-Luise, die Kaisertochter, aber auch ehemalige Bundepräsidenten, Bürgermeister, Landräte und viele Prominente, die sich seinerzeit engagiert hatten. Aus der Zuhörerschaft wurden manche Personen erkannt, und der eine oder andere war sogar zumindest beim Jubiläum 1972 schon dabei. Die Aufnahmen, die Herr Kielhorn zeigte, ließen auch einen Blick auf die Fassaden der Häuser und die Straßenzüge zu und dokumentieren so die zahlreichen Veränderungen, die sich zum heutigen Bild ergeben. Sicherlich wird mancher Museumsbesucher nachdenklich geworden sein, wie sich die Situation gegenüber den früheren Zeiten geändert hat. Man wünscht sich doch manchmal diese Zeiten zurück bei so großen Festen mit von Pferden gezogenen Festwagen, berittenen Trachtengruppen, tanzenden Turnern und anderen Sportlern sowie Musikanten und Kapellen. Es war damals ein besonderer Spirit in der Stadt, der heute weitgehend abhanden gekommen ist. Manfred Kielhorn konnte aus dem Publikum noch manche Anregung entgegen nehmen, ehe Vortragswartin Frau Goslar zur Danksagung kam und dem Redner einige alte Aufnahmen überreichte, die Herr Kielhorn sicherlich seiner umfangreichen Sammlung zuführen wird. Reichlicher Beifall belohnte den Referenten, ehe Frau Goslar die Zuhörerschaft entließ, nicht ohne auf die Dezemberveranstaltung am 09. 12. um 19.30 im Biedermeierzimmer hinzuweisen.  Dann wird schon traditionell bei Musik, Glühwein und Keksen ein besonderer Höhepunkt dargeboten werden, bei dem das Publikum mitspielen soll. Aus dem Magazin des Museums werden dann Kuriositäten gezeigt, die den meisten unbekannt sein dürften. Diese geheimnisvollen Exponate sind zu raten und es gibt für den Sieger auch einen Preis. Zudem wird Herr Klotz einen kleinen Film zeigen. Alle sind bei freiem Eintritt herzlich eingeladen.

Herr Karkoska, Herr Kielhorn, Herr Hermes

 

 

Foto: Plakat Nov. 2019