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Museumsfreunde erobern Burg Wohldenberg

25.04.2019

Museumsfreunde erobern Burg Wohldenberg
Eigentlich sollte Pfarrer Lampe, der katholische Seelsorger Bad Gandersheims und vieler anderer umliegender Gebiete, im Biedermeierzimmer des Stadtmuseuns einen Vortrag halten, eigentlich. Aber es kam anders. Der Gottesmann und Seelsorger befand sich in so großer Terminnot, dass er die Museumsfreunde zu sich in sein Pfarrhaus auf der Burg Wohldenberg einlud. Das ließen sich die Museumsfreunde nicht zweimal sagen. Schnell war alles organisiert. In Fahrgemeinschaften erreichte man in einer guten halben Stunde die Burg auf dem Berg. Hier lebt Pfarrer Lampe in einer idyllischen Umgebung mitten in der Natur. Die schön restaurierten Reste der Burganlage dienen ihm als Pfarrhaus.  2 Esel, Gänse, Enten, Hühner  und Pfauen sind ihm ständige Begleiter auf seinem Sitz in der Nähe des Ortes Sottrum. Viele kannten schon das Anwesen und seine Bewohner So brachte man eifrig Möhren und anderes Futter für Kirche i. d. Burgdie Tierwelt mit.
Nach der herzlichen Begrüßung lud Pfarrer Lampe die etwa 3 Dutzend Gäste aus Bad Gandersheim in die schöne Kirche  St. Hubertus ein, ein Bauwerk des Mittelalters, das der aus Bayern stammende Erzbischof       Clemens August, ein Wittelsbacher, hier hat errichten lassen. In seiner schmunzelnden Art und Weise wusste Pfarrer Lampe schnell alle Brücken zwischen den Glaubensgemeinschaften zu schlagen, so dass die Stimmung die allerbeste war, zumal das Wetter mitspielte.  Dann war das elegant eingerichtete Pfarrhaus an der Reihe. Die Gruppe konnte alle Räume besichtigen und war angetan von Interieur und den damit verbundenen alten Geschichten, sogar einen Hausgeist konnte Herr Lampe vorweisen -die weiße Frau. Und dann noch ein Witz, den der Geistliche erzählte, und der ging so: Frage: was ist der Unterschied zwischen einem evangelischen und einem katholischen Pfarrer? Antwort: beim evangelischen Pfarrer trocknen die Babywindeln hinter dem Haus, beim katholischen im ganzen Dorf. So ging es lustig weiter. Später schmeckte der Kaffee und der mitgebrachte Kuchen. Museumsfreund Harm Smidt dankte zum Schluss für die Gastfreundschaft und versprach ein Präsent, das Familie Neigenfind, die den Ausflug perfekt organisiert hatte, kürzlich überreichen konnte. Pfarrer Lampe versprach überdies, den Besuch der Museumsfreunde zu erwidern und doch noch einen Vortrag im Museum zu halten. Ehe die Gruppe wieder die Heimfahrt antrat, durchstreifte man noch das große Anwesen mit den Resten der alten Burg, dem hohen Bergfried sowie die wehrhaften Außenanlagen. Ein schöner Trip im Frühling ging zu Ende.

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Kurz zur Geschichte der Burg.
Auf der Burgruine Wohldenberg fühlt sich der Besucher in die Ritterzeit zurückversetzt. Von dem alten quadratischen Burgturm hat man einen wunderschönen Rundblick über die Gemeinde bis hin zum Harz und zum Brocken. Von hier aus führen zahlreiche Wanderwege durch die Wälder von Holle.
Die Burg Wohldenberg wird erstmals 1172 als Besitz von Ludolfs de Waldeberch erwähnt, ehe sie 1275 dem Hildesheimer Bischof Otto I. übereignet wurde. Später ging sie wieder an die Grafen Wohldenberg und wurde während des 30-jährigen Krieges fast völlig zerstört.
Von dieser Anlage sind heute noch das alte Pforthaus mit seinen 2 Flankentürmen und der alte Bergfried, ein quadratischer Turm, erhalten geblieben. Ebenfalls sehenswert ist die 1731 erbaute Hubertuskirche, die dem Schutzheiligen der Jäger gewidmet ist. Im ehemaligen Amtshaus wohnte bis 1896 der Schriftsteller Oskar Meding, heute ist hier die Jugendbildungsstätte der Diözese Hildesheim untergebracht.
 

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Museumsfreunde erobern Burg Wohldenberg